Ist Rache wirklich süß? Lara und Timur sprechen mit Psychologe Mario Gollwitzer über Gerechtigkeit, soziale Dilemmata und das Vertrauen in gesellschaftliche Regeln.
Wann hört Ungerechtigkeit auf still zu sein? Was euch in dieser Episode erwartet Ist Rache wirklich süß? Und wenn ja warum fühlt sie sich hinterher trotzdem nicht richtig an? Lara und Timur sprechen mit Prof. Dr. Mario Gollwitzer darüber, was Gerechtigkeit überhaupt bedeutet und warum wir uns den ganzen Tag darüber Gedanken machen, ohne es zu merken. Gerechtigkeit fängt nicht im Gerichtssaal an. Sie fängt beim KVB-Ticket an. Beim Windrad vor dem Haus. Beim Erbschaftssteuergesetz und beim Gefühl, dass die da oben sowieso machen, was sie wollen. Mario Gollwitzer erklärt, warum soziale Dilemmata keine abstrakten Konzepte sind, sondern Entscheidungen, die wir täglich treffen und was passiert, wenn das Vertrauen in ein System erst mal weg ist. Es geht um die Psychologie hinter Populismus und warum Menschen wie Donald Trump genau verstehen, wie sich Ungerechtigkeit anfühlt und wie man dieses Gefühl für sich nutzt. Um Rache in Beziehungen, in der Politik und auf Social Media. Und um die überraschende Erkenntnis, dass Schimpansen in bestimmten Situationen rationaler entscheiden als Menschen. Über den Gast: Prof. Dr. Mario Gollwitzer Mario Gollwitzer ist Professor für Sozialpsychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Gollwitzer forscht zu den psychologischen Mechanismen von Rache, Strafe und Vergeltungen, aber auch zu Wissenschaftsvertrauen, Open Science und der Frage, wie zuverlässig wissenschaftliche Ergebnisse überhaupt sind. Er koordiniert das DFG-Schwerpunktprogramm META-REP, das sich mit der Replizierbarkeit in den Verhaltens-, Sozial- und Kognitionswissenschaften beschäftigt. Seinen Weg führte ihn von der Universität Trier über Koblenz-Landau und Marburg bis 2018 an die LMU München. Seine Themen sind akademisch und fühlen sich im Gespräch erschreckend vertraut an.